Schlechte Reime_________
.Sterne.
Sie tragen das Wort,
wie ein Schild vor sich her,
tragen die Waffen,
verloren im Heer,
sie schlafen am Tag,
überbrücken die Zeit,
sie leben nicht mal
und es tut ihnen leid.
Die Zäune sind Ränder,
heiß wie die Flammen,
nehmen die Nadeln,
um schlechtes zu bannen,
Die Zäune sind Ränder,
kalt wie aus Eis,
nehmen die Nadeln
und alles wird weiß.
Sie tragen ihr Herz,
in ihren Händen,
sie kauern, sie sterben,
hinter den Wänden,
sie wollen nie schlafen,
niemals mehr träumen,
wollen so wach sein,
nichts mehr versäumen.
Die Zäune sind Ränder,
weit übers Land,
nehmen das Pulver,
mit Geldschein und Hand,
Die Zäune sind Ränder,
tragen die Schatten,
nehmen das Pulver,
so fest sind die Latten.
Sie nehmen die Waffen,
zerschlagen das Holz,
sie feiern die Nacht,
mit Drogen und Stolz,
sie bluten und sterben,
in weiter Ferne,
der Tod ist kalt
und bald sind sie Sterne.
[.Koma.]
Ihr Kinder der Nacht,
ihr dürft nicht erwachen,
träumt nur weiter,
von Hexen und Drachen.
Nehmt eure Wünsche,
und tragt sie dahin,
erinnert euch niemals,
sucht nie nach dem Sinn.
Schlummert nur weiter,
schließt nur die Lider,
die Welt ist eiskalt,
drum' erwachtet nie wieder.
Verliert euch in Liebe,
und vergangenen Küssen,
so werdet ihr frei sein,
und nie leiden müssen.
Hört nie das Wasser,
das zum Boden sich windet,
seht nicht die Seele,
die kalt wird und schwindet.
Träumt nur weiter,
und seht niemals hin,
nehmt die Verdammnis,
den kranken Gewinn.
Ihr Kinder der Nacht,
verschließt eure Herzen,
verschlaft alle Tage,
und vergesst eure Schmerzen.
Geliebtes.Wesen
Geliebtes Wesen,
nun liegst du hier, so blass und kalt,
nun liegst du hier,
im Wunderwald.
Geliebtes Wesen,
ohne einen Schrei, bist du gegangen,
ohne einen Schrei,
am Baum erhangen.
Geliebtes Wesen,
die Seele verstümmelt, die Arme geschnitten,
die Seele verstümmelt,
hast doch noch gelitten.
Geliebtes Wesen,
auch wenn ich dich halte, verschwunden im Nichts,
auch wenn ich dich halte,
vorm letzten Gericht.
Geliebtes Wesen,
nun bin ich allein, frag mich was dir fehlte,
nun bin ich allein,
auf dem Weg, den ich wählte.
Geliebtes Wesen,
der Abschied tut weh, in Erde geborgen,
der Abschied tut weh,
ich folge dir morgen.
Frage.Spiel
Die Frage ist gestellt und steht im Raum,
das Lied von Wahnsinn und luzidem Traum,
die Frage, die keine Antwort kennt,
die keiner beim Namen nennt.
Sie liegt ihr auf der roten Zunge,
sie stößt das Herz und presst die Lunge,
spürt wie sie stirbt, nur ein kleines Stück,
sie kann nicht vor, kann nicht zurück.
Sie ist gefangen und gebunden,
hat geweint und sich geschunden,
stand im Regen, von Einsamkeit zerfressen,
fragte sich wer sie ist und wessen.
Die Frage nach dem Tod der Kinder,
die starben bei Hitze, im Wasser, im Winter,
die starben in Dunkelheit, gebückt und gebrochen,
und über die, die in der Hölle kochen.
.Lösche.Sie.Aus.
Lösche sie aus, vernichte ihr Herz,
beende ihr Sein, beende den Schmerz,
ihr Wimpernschlag ist kranke Lust,
hat sie doch um die Sünde gewusst.
Lösche sie aus, lass sie verbluten,
nimm ihr die Zeit, die Tage, Minuten,
sie wusste genau, wer zwischen den Beinen,
sich wand in der Wäsche, in seidenen Leinen.
Lösche sie aus, strafe sie fest,
nimm ihr die Luft und was sie leben lässt,
sie kannte den Schmerz und wusste genau,
die triste Versuchung, so haltlos, so grau.
Lösche sie aus, brech ihr die Glieder,
werf sie in den Schmutz, trete sie nieder,
weil sie die Wahrheit nie gesprochen hat,
weil sie schwach war, lustvoll und matt.
Lösche sie aus, mach sie zur Staub,
begrabe sie tief, weit unter dem Laub,
weil kein Wasser, sie reinwaschen kann,
weil sie nie auf Rache sann.
[Sonne]
Ich gab der Sonne einen Abschiedskuss,
ertränkte die Sehnsucht in reißenden Fluss,
legte den Ring, den er mir gegeben,
bei die Schatulle, direkt daneben.
[...verlass mich nicht...]
Ich küsste die Bilder, die golden umrandet,
fing den Vogel, bevor er gelandet,
nahm noch das Messer, die Klinge zu zier,
trank von süßem Wein und bitterem Bier.
[...ohne dich, fühl ich mich leer...]
Ich erinnerte mich an vergangene Zeiten,
flüchtete mich in unendliche Weiten,
nahm seine Sachen, brachte sie fort,
gab zu bedenken, das letzte Wort.
[...ich denke an dich...]
Ich nahm das Seil, legte die Schlinge,
zog ab von meinen Fingern, alle Ringe,
stellte mich auf die Mauer aus Stein,
und legte das meine, neben sein Gebein.
[...ich liebe dich...]
{.Masken.Ball.}
***
Der Ballsaal ist, gefüllt mit Licht,
mit Glanz, aus ferner Zeit,
das Lied, es klingt, ist ein Gedicht,
sind zum Tanz bereit.
***
Weite Kleider, gefrorene Lippen,
weiße Masken, zum verstecken,
im Korsett, gequetscht die Rippen,
auf das sie kein Gefühl mehr wecken.
***
Kalte Augen, sehen nicht,
was verborgen hinter Masken,
ihr Gesicht sieht nie das Licht,
aus Angst vor ihren Lasten.
***
Keiner sieht den anderen mehr,
oder nimmt die Maske vom Gesicht,
sind doch ihre Augen leer,
fürchten sie den anderen nicht.
***
Selig sind, die nicht mehr träumen,
begraben unter kalten Erden,
eingesperrt , in dunklen Räumen,
auf das sie nun zu Asche werden.
***
Der Takt erliegt, das Lied verklingt,
die Dunkelheit bringt sie zum schweigen,
keine Stimme die mehr singt,
so endet dieser Reigen.
